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Karlskirche

Am Anfang stand ein Gelübde. Dem Vater von Maria Theresia, Kaiser Karl VI., setzte das Leid seiner Untertanen während der großen Pestepidemie von 1713 derart zu, dass er versprach, zur Erinnerung an den aufopferungsvollen Pestheiligen Karl Borromäus eine Kirche zu bauen.

Es wurde der bedeutendste barocke Kirchenbau nördlich der Alpen. Engagiert wurden die besten Baumeister der Zeit, Johann Bernhard Fischer von Erlach und – nach dessen Tod – sein Sohn Joseph Emanuel. Das Mammutunternehmen dauerte von 1716 bis 1739. Die Kirche, die an einem Teich südlich des Karlsplatzes steht, ist licht und hell, was man auch darauf zurückführt, dass während ihres Baus die Türkenkriege erfolgreich überstanden wurden und die wiedergewonnene Lebensfreude in die Entwürfe einfloss. Der Mix aus barocken und klassischen Elementen enthält auch ein Portikus, Triumphsäulen und orientalische Glockentürme. Die Fassade in der Mitte, die zur Vorhalle führt, entspricht einem griechischen Tempelportikus. Für die zwei Säulen hat ihr Schöpfer Lorenzo Mattielli an der römischen Trajanssäule Maß genommen. Die beiden Turmpavillons sind vom Barock in Rom inspiriert. Über dem Eingang erhebt sich eine Kuppel mit einem Durchmesser von 25 Metern.

Interessant ist die Attika, deren Säulen – eine Idee des jungen Erlach – in einem Spiralrelief Motive aus dem Leben des Karl Borromäus zeigen. Der Eingang ist flankiert von Engeln des Alten und Neuen Testaments. Die stärkste Wirkung geht von der architektonischen Gliederung und der sich daraus ergebenden Lichtwirkung aus – ein Gotteshaus ohne Düsternis. Die Farbigkeit wird vom Marmor bestimmt, es wurde aber auch Gold eingesetzt. Die Fresken in der Kuppel erreicht man über einen Aufzug, der den Besucher auf 32 Meter über dem Bodenniveau bringt.

Im Borromäus-Museum sind wertvolle sakrale Gegenstände ausgestellt.

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