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Stephansdom

Geht es um seinen Steffl, kennt Anton Faber keine Gnade. Der Chef von zehn Priestern, einer Köchin und „weiters 30 bis 40 seelsorgerlichen Helfern“ schwärmt hemmungslos. „Mein Leben gehört dem Dom. Ich habe einen Traumberuf“.

Religiöses Customer-Relationship-Marketing betreibe der Pfarrer, schrieb eine Wiener Zeitung. Seine Arbeit prägen weder Berührungsängste vor den Zielgruppen noch Medienscheu. Die urchristliche Rolle des Menschenfischers hat der smarte Priester in zeitgemäßes Networking umgesetzt. Und er hat – von Gesprächsforen über Musicals und andere Events bis zum Papstbesuch 2007 – Erfolg damit. „Auch ein barockes Hochamt bedarf heute einiger Inszenierung“, erklärt er.

Der Stephansdom ist für die österreichische Identität so wichtig, dass nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs alle Bundesländer zu seinem Wiederaufbau beigetragen haben. Das Wiener Wahrzeichen, der bedeutendste Bau der Hoch- und Spätgotik Österreichs, ist 136,50 Meter hoch und weithin sichtbar.

1359 begann der Neubau des Doms auf den Fundamenten vorheriger Kirchen. 1443 war der Südturm vollendet, 1511 der Nordturm. Die Pummerin, eine drei Meter hohe und mehr als drei Tonnen schwere Glocke, wurde 1683 aus erbeuteten türkischen Kanonen gegossen. Die Türmerstube des Südturms ist über 343 Stufen zu erreichen. Die Aussicht von dort ist grandios. 3500 Quadratmeter Grundfläche haben die drei Schiffe des Doms, am höchsten ist das Mittelschiff mit 28 Metern.

Im Seitenschiff rechts befindet sich das prachtvolle Hochgrab von Kaiser Friedrich III. aus rotem Marmor. Reichsapfel, Zepter und das Motto AEIOU, gedeutet als Austria erit in orbe ultima (Österreich wird ewig sein oder Alles Erdreich ist Österreich untertan), verkörpern den früheren Anspruch der Nation. In der Domherrengruft werden seit dem 14. Jahrhundert kirchliche Würdenträger begraben, auch Anton Fabers sterbliche Überreste werden dort einmal aufbewahrt werden. Er kennt schon die Nische, die für den Zinnsarg mit seinem Leichnam reserviert ist.

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