Wiener Ringstrasse

Weihnachtsmärkte in Wien
18 Juli 2018

„Diese neue Straße ist nicht von einem einzigen Gebäude dominiert; es gibt kein Crescendo hin

zu einem Palast oder einer Kathedrale, dafür aber einen fortwährenden triumphalen Zug

von einem großen Aspekt der Zivilisation zum nächsten.“

Edmund de Waal: „Der Hase mit den Bernsteinaugen“

Geschichte der Wiener Ringstrasse

Vom Militärgelände zum Prachtboulevard: Mit ihren prunkvollen Palais und öffentlichen Gebäuden aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Ringstraße eine beeindruckende Parade der Wiener Sehenswürdigkeiten.

Die Geschichte der Wiener Ringstraße beginnt am 20.12.1857, als Kaiser Franz Joseph anordnet, die Befestigungsanlagen rund um die Innenstadt zu schleifen und das zuvor vom Militär genutzte Gelände vor den alten Basteien und der Stadtmauer, das sogenannte Glacis, mit einer Prachtstraße samt repräsentativen Gebäuden zu bebauen. Das größte städtebauliche Projekt in der Geschichte Wiens stellte die Verbindung zwischen der Innenstadt, die von der Kaiserresidenz und Adelspalästen dominiert war, zu den kleinbürgerlichen Vorstädten her. Zugleich trug das Mega-Bauvorhaben der rasanten Bevölkerungsentwicklung Wiens Rechnung. Von 1857 bis 1868 wuchs die Bevölkerung der Stadt um knapp 30 Prozent und überstieg bereits 1890 eine Million EinwohnerInnen. Und schließlich markierte der Bau der Ringstraße auch den Wandel von der feudalen Residenzstadt der Donaumonarchie zu einer europäischen Großstadt.

In einem internationalen Wettbewerb reichten 85 Büros ihre Vorschläge ein, jedoch wurde kein Projekt direkt umgesetzt. Eine Kommission erarbeitete stattdessen aus den besten Entwürfen einen „Grundplan“, der die Anlage einer knapp 57 Meter breiten und rund fünf Kilometer langen, annähernd kreisförmigen Doppelallee-Straße mit monumentalen öffentlichen Gebäuden, Palais, privaten Mietshäusern, Plätzen und Parks vorsah. Die durch den Abbruch der Verteidigungsanlagen frei gewordenen Grundstücksflächen (insgesamt 2,4 Mio. m², knapp 300 Fußballfelder), die nicht für öffentliche Gebäude, Straßen oder Parks vorgesehen waren, wurden an Privatpersonen teuer verkauft und dadurch öffentliche Gebäude mitfinanziert. Die Privatiers wiederum profitierten von 30 Jahren Steuerfreiheit, wenn sie ihr Bauprojekt innerhalb von fünf Jahren fertigstellten.

Die Kaiserstadt wurde zu einer Riesenbaustelle, an der ab 1858 mit Hochdruck gearbeitet wurde. Vom Baubeginn bis zur offiziellen Eröffnung der Ringstraße am 1.5.1865 in Anwesenheit des Kaiserpaares vergingen lediglich sieben Jahre. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch erst ein Teil des Gesamtprojekts fertiggestellt. Die schnelle Bauabwicklung der Ringstraße ging zu Lasten der dort Beschäftigten. Die Bau- und ZiegelarbeiterInnen leisteten bei geringer Bezahlung und langen Arbeitszeiten Schwerstarbeit. Die Bauziegel kamen zum Großteil aus den Ziegeleien im Süden der Stadt, so entstand die Bezeichnung „Ziegelböhm“ für die meist aus Böhmen zugewanderten ArbeiterInnen.

Als Bauprojekt mit beeindruckenden Dimensionen zog die Wiener Ringstraße rasch Financiers, Bauherren und Architekten aus ganz Europa an. Der Architekt Gottfried Semper, der das Burgtheater und die Hofmuseen entwarf, stammte aus Hamburg, der Ringstraßen-Planer Ludwig von Förster aus Franken und Theophil Hansen aus Dänemark. Palais an der Ringstraße ließen sich unter anderem die aus der Ukraine stammende Bankiersfamilie Ephrussi, die aus dem wohlhabenden jüdischen Bürgertum Prags kommende Familie Epstein und die aus Rumänien stammende Großhandelsfamilie Todesco erbauen.

Gebaute Architekturgeschichte

Die Gebäude an der Wiener Ringstraße zählen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dieser „grandioseste öffentliche Raum Europas“ (Edmund de Waal) formiert sich aus einer Vielfalt der Stile. Der Historismus der Ringstraße nahm sich idealisierte Bauformen aus der Geschichte als Vorbild. Ausgewählt wurde jenes historische Modell, das dem Zweck der neuen Gebäude am nächsten kam, etwa der griechische Tempel für das Parlament oder das antike Forum für die Kaiserresidenz. Im Stil der Neorenaissance wurden die Staatsoper (damals Hofoper), die Universität, die Börse sowie Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum erbaut, im Neobarock das Burgtheater, für das Rathaus wurde die flämische Gotik gewählt und für die Votivkirche die Neugotik.

Der Wiener Ringstraßen-Historismus wurde nicht von allen goutiert, einer seiner Kritiker war der bedeutende Architekt und Stadtplaner Otto Wagner. „Die Ringstraße ist eine Musterkarte von Stilkopien, eine lächerlicher als die andere“, lässt ihn die Salondame Berta Zuckerkandl in ihren Memoiren lästern. In Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ werden die Prachtbauten der Ringstraße als „Theaterdekorationen einer gehaltlosen Zeit“ bezeichnet. Auch im Nachhinein wurde die Ringstraße von Architekten als Fehlplanung betrachtet. Adolf Loos, der den Historismus ablehnte, sah in ihr das zentrale Problem Wiens.

Zu den wichtigsten Architekten der Ringstraße zählen Theophil Hansen (Parlament, Börse, Akademie der bildenden Künste, Musikverein, Palais Ephrussi, Palais Epstein, Palais Hansen), Gottfried Semper und Carl Hasenauer (Neue Burg, Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum, Burgtheater), Heinrich Ferstel (Universität, Votivkirche, Museum für Kunst und Industrie/heute MAK – Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Palais Wertheim, Palais Ludwig Viktor), August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll (Staatsoper) und Friedrich Schmidt (Rathaus). Ringstraßen-Bauten aus späteren Jahrzehnten stammen u. a. von Otto Wagner (Österreichische Postsparkasse, 1904-12) und Max Fabiani (Urania, 1909-10). Erich Boltensterns Ringturm wurde 1955 eröffnet und ist eines der wenigen wirklich modernen Gebäude an der Ringstraße.

Ein Wiener Freilichtmuseum

Die Wiener Ringstraße ist ein wahres Füllhorn an baukünstlerischen Details, vom Fassadenschmuck der Palais über die Gestaltung von Eingangstoren und Stiegenhäusern bis zu den Bauskulpturen. Das städteplanerische Konzept sah eine repräsentative Einheit vor, die sich aus bewusst nebeneinander gestellten öffentlichen und privaten Bauten zusammensetzte. Zu den monumentalen Verwaltungs-, Regierungs-, Kultur- und Wirtschaftsgebäuden des Rings zählen unter anderem die Staatsoper, das Burgtheater, das Rathaus, die Universität und das Parlament. Das Naturhistorische und das Kunsthistorische Museum sowie die „Neue Burg“, ein Erweiterungstrakt der Hofburg, waren Bestandteil eines den Herrschaftsanspruch der Habsburger unterstreichenden Architekturprojekts. Das Kaiserforum sollte die Hofburg mit den für die imperialen Sammlungen errichteten Zwillingsmuseen verbinden und hätte bis zu den Hofstallungen (dem heutigen Kulturareal MuseumsQuartier) gereicht. Der zweite Flügel gegenüber der Neuen Hofburg (heutiger Heldenplatz) wurde nie realisiert, das Kaiserforum blieb unvollendet.

Die Privatbauten an der Ringstraße zeugen vom Selbstbewusstsein des neuen Wiener Großbürgertums. Der Aufstieg von Bankiers, Fabrikanten und Unternehmern ging einher mit der wachsenden Industrialisierung. Am Ring fand diese wohlhabende „Gründergeneration“, darunter auch das liberale jüdische Großbürgertum, eine adäquate gesellschaftliche Bühne. Viele von ihnen waren wichtige Geldgeber für den Kaiser und wurden als Dank in den Adelsstand erhoben. Der „alte“ Hofadel hingegen war mit wenigen Bauten am Ring vertreten. Während der NS-Zeit wurden sämtliche Palais im jüdischen Besitz, etwa das Palais Ephrussi mit seinem kostbaren Mobiliar, „arisiert“ und deren Eigentümer vertrieben, deportiert oder ermordet.

Ursprünglich waren für die Ringstraße keine Hotelbauten geplant, der neue Boulevard sollte öffentlichen Bauten, Palais und Zinshäusern vorbehalten werden. Mit der Weltausstellung 1873 stieg jedoch der Bedarf an repräsentativen Unterkünften und es entstanden noble Hotels wie das Sacher. Das älteste Hotel am Ring ist das 1870 eröffnete Grand Hotel, das eine für die damalige Zeit hochtechnische Ausstattung mit maschinenbetriebenem Lift und Telefon in jedem Zimmer hatte. Das Grand Hotel entstand aus einem Wohnhaus und war bis zum Ende der Monarchie beliebter Treffpunkt des österreichischen Adels und Großbürgertums. So traf hier etwa Kronprinz Rudolf (Sohn von Kaiser Franz Joseph I.) seine Geliebte Mary Vetsera. Das Palais Württemberg am Kärntner Ring wurde bereits wenige Jahre nach seiner Fertigstellung als Hotel genutzt und ist auch heute noch Sitz des Hotel Imperial. Das bereits für die Weltausstellung 1873 als Hotel geplante Palais Hansen am Schottenring ist, nach zwischenzeitlich anderen Funktionen, seit 2013 nun ein solches (Palais Hansen Kempinski Vienna). Für das 2012 eröffnete The Ritz-Carlton Vienna wurden gleich vier historische Palais am Schubertring zusammengelegt.

Ringstraßencafés und Salonleben

Schon in ihrer Entstehungszeit etablierte sich die Ringstraße als Flaniermeile für das Bürgertum. Das Sehen und Gesehen-Werden auf dem neuen Boulevard stellte quasi eine Fortsetzung der früheren Spaziergänge auf den Stadtmauern dar. Besonders beliebt war die Strecke zwischen der „Sirk-Ecke“ (Kreuzung Ring/Kärntner Straße) und dem Schwarzenbergplatz. An dieser Ecke (benannt nach einem Geschäft, heute Hotel Bristol) verabredete man sich zu Zeiten der k.u.k. Monarchie. Karl Kraus hat diese Stelle in „Die letzten Tage der Menschheit“ verewigt. Dieser auch Opernkreuzung genannte Abschnitt des Rings war schon damals einer der urbansten und belebtesten Orte der Stadt, der von Passanten, Radfahrern, Kutschen und Straßenbahnen stark frequentiert wurde. Als in den Folgejahrzehnten der Individualverkehr stark zunahm, wurde an der Opernkreuzung 1926 die erste Verkehrsampel Wiens installiert, wenig später wurden die ersten Fußgängerübergänge markiert.

Beliebte Treffpunkte waren auch die Kaffeehäuser, die in den neuen Lokalitäten am Ring ihre Hochblüte fanden. Es trafen sich Geschäftsleute und politisch Interessierte, die Kunst- und Literaturszene, die Schach- und Billardspieler, wobei einzelne Gruppierungen unterschiedliche Kaffeehäuser bevorzugten. Von den 27 großen Ringstraßen-Cafés, die es vor 150 Jahren gab, sind nur mehr wenige erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt mit dem Wirtschaftswunder ein verändertes Freizeit- und Konsumverhalten Einzug, das Kaffeehaussterben begann. In den großzügig dimensionierten Lokalitäten etablierten sich Autosalons, Reisebüros und Repräsentanzen von Fluglinien. So manches Traditionskaffeehaus wurde auch vom neuen Typus der Espressi abgelöst wie etwa dem noch existierenden Café Milano am Stubenring. Noch bestehende Ringstraßen-Kaffeehäuser sind das Café Prückel, das Café Schwarzenberg und das Café Landtmann.

Wichtige gesellschaftliche Drehscheiben neben den Cafés waren die Salons der Ringstraßenpalais, in denen Kunstwelt und Finanzaristokratie aufeinandertrafen. Zu den begehrtesten Salons zählten jene der Familie Todesco. In deren Palais auf der Kärntner Straße traf Johann Strauss seine spätere Frau, die Opernsängerin Henriette Treffz. Das Palais Leitenberger am Parkring war ein gesellschaftliches Zentrum der Stadt, der Textilindustrielle Friedrich Leitenberger einer der größten Kunstmäzene seiner Zeit. Und im renommierten Salon der Autorin und Journalistin Berta Zuckerkandl im Palais Lieben-Auspitz verkehrte die künstlerische und wissenschaftliche Elite Österreichs.

Schauplätze und Schicksalsorte

Die Ringstraße war immer auch ein Ort, an dem die öffentliche Bedeutung historischer Ereignisse demonstriert wurde. Der Festzug zum 25. Hochzeitstag von Kaiser Franz Joseph I und seiner Gemahlin Elisabeth am 27.4.1879 auf der noch jungen Ringstraße geriet zu einem riesigen Spektakel. Die künstlerische Leitung lag bei Hans Makart, dem damals berühmtesten Maler Wiens, der den Event auf einer 100 Meter langen Skizze bis ins Detail vorausplante. Am grandiosen „Makart-Festzug“ nahmen 14.000 Personen teil, die in Kostümen aus der Renaissance und dem Frühbarock und mit zahlreichen Festwägen vor rund 300.000 Schaulustigen über den Ring zogen. Vertreten waren Berufsgruppen aus Handel, Gewerbe und Industrie sowie Kunst und Wissenschaft. Das Kaiserpaar wohnte dem Geschehen in einem von Otto Wagner entworfenen Festzelt bei. Auch das 60-jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. wurde 1908 mit einem Festzug am Ring gefeiert.

Nach dem Ende der Monarchie blieb die Ringstraße Schauplatz der Politik. Im Parlament wurde am 12.11.1918 die Erste Republik durch die provisorische Nationalversammlung ausgerufen. Politisch wenig gefestigt scheiterte sie später an ihren inneren Widersprüchen. Am 15.7.1927 wurde der Justizpalast Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen, die schließlich im Bürgerkrieg von 1934 mündeten. Zuvor waren mit dem „Schattendorfer Urteil“ jene Täter freigesprochen worden, die bei Kämpfen zwischen Anhängern des Republikanischen Schutzbundes und der Frontkämpfervereinigung im burgenländischen Ort Schattendorf zwei unschuldige Menschen getötet hatten. Bei einer Demonstration gegen dieses Urteil wurde der Wiener Justizpalast in Brand gesetzt. Die Polizei schoss in die Menge, 89 Demonstranten und vier Polizisten kamen ums Leben. Der Heldenplatz vor der Hofburg wurde am 15.3.1938 zum Schauplatz von Adolf Hitlers „Anschlusskundgebung“, mit der er den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich verkündete.

Nach der NS-Zeit konnte die Wiener Sozialdemokratie 1946 die Tradition des großen Maiaufmarschs auf der Ringstraße wiederaufnehmen. Der 1. Mai als Kampf- und Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung wurde ab 1890 von den Sozialdemokraten in Wien festlich begangen und 1919 als Staatsfeiertag eingeführt, dem sich auch die Kommunistische Partei Österreichs anschloss. Sozialdemokratische Gruppen aus den Bezirken marschieren auch heute noch am 1. Mai über den Ring zum Treffpunkt am Rathausplatz, wo Kundgebungen stattfinden.

Events rund ums Jahr

Die Ringstraße ist rund um das Jahr Schauplatz unterschiedlichster Großevents, die in den Gebäuden entlang des Boulevards oder auf seinen Plätzen stattfinden. Kulturelle Höhepunkte sind das berühmte Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Musikverein, das sommerliche Musikfilm-Festival auf dem Rathausplatz und die Übertragung ausgewählter Opernaufführungen auf eine große Leinwand vor der Staatsoper („Oper live am Platz“ im April, Mai, Juni und September). Sportlich wird es im Frühjahr beim Vienna City Marathon, dessen Zieleinlauf vor dem Burgtheater liegt, und beim Fahrradfestival (Argus Bike Festival) auf dem Rathausplatz. Im Advent gibt es bereits beim Wiener Weihnachtstraum auf dem Rathausplatz eine schöne Eislauffläche, die im Anschluss daran um vieles vergrößert für den Wiener Eistraum zur Verfügung steht.

Kulinarische Spezialitäten heimischer Manufakturen und Produzenten bietet im Mai das Genussfestival im Stadtpark. Die Verkaufsmesse Blickfang setzt im Herbst im MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst den Schwerpunkt auf Design.

Ab Mitte November bricht die Zeit der Weihnachts- und Adventmärkte an, etwa am Rathausplatz (Wiener Weihnachtstraum auf dem Rathausplatz), zwischen Naturhistorischem und Kunsthistorischem Museum (Weihnachtsdorf am Maria-Theresien-Platz) und am Karlsplatz (Art Advent).

Die historischen Gebäude an der Ringstraße sind Schauplatz zahlreicher Bälle, vor allem im Jänner und Februar. Gefeiert und getanzt wird in der Hofburg (u. a. Hofburg Silvesterball, Kaffeesiederball, Jägerball), in der Staatsoper (Opernball), im Musikverein (Philharmoniker-Ball), im Konzerthaus (Bonbon-Ball) oder im Rathaus (Wiener Ball der Wissenschaften, Blumenball, Concordia-Ball, Wiener Rot-Kreuz-Ball). Der Life Ball, das größte Aids-Charity-Event Europas, lädt in das Rathaus.

Mit der Regenbogenparade und Vienna Pride feiert die LGBT-Community auf dem Ring, Party ist auch im August mit der Streetparade und dem Streetfestival am Rathausplatz angesagt.

Eine urbane und höchst lebendige Lokalszene, die besonders im Sommer floriert, hat sich in den vergangenen Jahren am Donaukanal entlang des Franz-Josefs-Kai und am gegenüberliegenden Ufer entwickelt. Dieser Straßenabschnitt befindet sich zwischen Ringturm und Urania und schließt den Ring um die Innenstadt.

Verkehrsader und Erholungsoase

Die Wiener Ringstraße und die Innenstadt wurden 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt (die zweite Weltkulturerbestätte Wiens besteht aus Schloss und Garten Schönbrunn). Der Boulevard, der sich in neun Abschnitte (von Stubenring bis Schottenring) teilt, umschließt mit dem Franz-Josefs-Kai am Donaukanal das historische Zentrum Wiens und ist eine wichtige urbane Verkehrsdrehschreibe. Von Anfang an wurde der Ring für den öffentlichen Verkehr genutzt, bereits 1868 befuhr eine Pferdebahn die Strecke vom Stubenring zum Schottentor. Heute verkehren die Straßenbahnlinien 1, 2, D und 71 auf Teilen der Ringstraße. Eine komplette Sightseeing-Runde um die Altstadt zieht die Vienna Ring Tram. Während der rund halbstündigen Fahrt liefern Bildschirme und Kopfhörer Informationen zu den Sehenswürdigkeiten in mehreren Sprachen (Ein- und Ausstiegsstelle Schwedenplatz).

Der Autoverkehr wird auf der Ringstraße auf bis zu vier Fahrstreifen im Uhrzeigersinn geführt. Auch mit dem Fahrrad lässt sich der Ring umkreisen, den Ringradweg nutzen täglich rund 3.000 RadfahrerInnen. Teile der Ringstraße wurden übrigens schon 1887 für den Fahrradverkehr freigegeben. Die in den 1960er-Jahren aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens erbauten unterirdischen Fußgängerpassagen wie die Babenbergerpassage und die Albertinapassage werden heute von schicken Clubs genutzt, die Fußgänger dürfen den Ring wieder auf Zebrastreifen überqueren.

Trotz ihrer Funktion als wichtige Verkehrsader ist die Ringstraße durchaus auch ein Ort der Erholung. Der Boulevard wurde schon bei seiner Errichtung bewusst nach Landschaftsprinzipien gestaltet. Zwischen der Straße und den Bauten wurden auf beiden Seiten je zwei bis drei Baumreihen mit Platanen und sogenannten Götterbäumen gepflanzt, dazwischen befand sich eine Geh- und Reitallee. Die Götterbäume hielten jedoch den klimatischen Bedingungen nicht stand und mussten mehrfach nachgepflanzt werden. Der heutige Bestand von rund 2.400 Alleebäumen, die im Sommer angenehmen Schatten spenden, setzt sich vor allem aus Ahorn, Linde, Zürgelbaum, Platane und Rosskastanie zusammen.

Erholungsoasen sind auch die gepflegten historischen Parkanlagen entlang der Ringstraße. Im Volksgarten, wo im Sommer hunderte Rosen blühen, befindet sich der Theseustempel, eine verkleinerte Nachbildung des Athener Theseions, der vom Kunsthistorischen Museum mit aktueller Kunst bespielt wird, und ein Denkmal für Kaiserin Elisabeth. Der im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegte Rathauspark hat einen prachtvollen alten und zum Teil exotischen Baumbestand. Im Burggarten mit dem vielbesuchten Mozart-Denkmal steht das Palmenhaus, dessen zwei Glashäuser von einem Café-Restaurant und einem Schmetterlingshaus genutzt werden. Der 1862 eröffnete Stadtpark ist Wiens älteste öffentliche Parkanlage, seine verschlungenen Wege sind von Ziersträuchern, Wiesen und Wasserflächen gesäumt. Der Stadtpark ist auch reich an Statuen, darunter das vermutlich meistfotografierte Denkmal Wiens, das vergoldete Standbild des „Walzerkönigs“ Johann Strauss Sohn.

Wiener Ringstrasse - Highlights

  • Urania
  • Museum für angewandte Kunst
  • Hotel Imperial
  • Staatsoper
  • Kunsthistorisches Museum
  • Naturhistorisches Museum
  • Parlament
  • Rathaus
  • Burgtheater
  • Universität
  • Votivkirche
  • Ringturm

Wie lange ist die Wiener Ringstrasse?

5

Kilometer


 

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